Künstler

Volker Mannek

geboren 1987, Kempen
Studium in Essen: Kunst und Biologie

Gruppen- und Einzelausstellungen seit 2006.

Kontakt: 0049 176 577 18 5 21

Statement des Künstlers

- Wesentliches der Kunst -

Es ist keine Kunst, den Geschmack der Masse zu treffen und ohne den Einfluss freier Gedanken bleibt das Formen eine Notdurft der Materie. Natürlich, die Kunst hat viele Gesichter – und ist doch eine Seltenheit.

Wie sich Wohnungen und Büros mit Bildern schmücken, schminken sich manche Kunstwerke mit Begriffen und Umschreibungen zur Steigerung ihrer Glaubwürdigkeit und manchmal ist es kaum möglich nachzuvollziehen, welche Einflüsse zu derartigen Ergüssen führen. Beispielsweise sind Zeitlosigkeit, Wahrheit, Emotion oder Provokation beflügelnde Begleiter, sollten bei wachen Lesern aber eher Skepsis als Wohlwollen auslösen. Skepsis wohlbemerkt, und keine reine Ablehnung, denn unterhalten will man sich ja doch noch.

Unglücklicherweise gibt es eine verunklärende Tendenz, alles Gestaltete als „Kunst“ anzunehmen. Dies entspricht zwar möglicherweise unserem prähistorischen Ursprung, bei dem die verschiedenen Gestaltungsmotive (bspw. Mode, technische Funktion, Information und Kult) gedanklich viel enger kumuliert haben müssten, doch gilt sich bewusst zu halten, dass sich in jedem gestalteten Objekt auch ein kultureller Geist widerspiegelt. Diese Spiegelung oder „Reflexionskraft“ in einer Gestaltung zielzurichten, anstatt sie passiv zu ertragen, ist gewiss eine der anspruchsvolleren Tätigkeiten von Künstlerinnen und Künstlern und zusammen mit der handwerklichen Komponente ein erstes Erkennungszeichen tatsächlicher Kunst.

Im verschmitzten Einklang mit dem nebulösen Verständnis der Kunst als „Kunst im weitesten Sinne“ und demgegenüber unabhängig von erhabenen Ansprüchen beim Kunstschaffen besteht ein weltweiter und epochenübergreifender Kunstdrang, eine scheinbar unausweichliche, notwendige, freiheitssuchende Ausprägung der menschlichen Natur. Dieser perpetuierende menschliche Antrieb zur Kunst weist darauf hin, dass unsere geistig-emotionalen Fähigkeiten ohne die Kunst wahrscheinlich unausgeschöpft blieben. – Demnach aus dem Vollen schöpfend obliegt es einem aufgeklärten Menschen dann aber auch, tiefer zu blicken und der Frage nach dem konkreten, aktuellen Wesen der Kunst ehrlich gegenüberzutreten. 
Ehrlich gesagt sind die vielen Möglichkeiten, Kunst heute behaupten zu können, eine Luxus-Blüte, die sich so nur im Umfeld befriedigter Grundbedürfnisse entwickeln konnte. Ein Moment der Demut mag dabei Raum für einen Gedanken der Verantwortung schaffen. Was fangen wir mit unserer Zeit, dem aktuellen Stand der Kunst und unserem Kunstbezug an? In einem gefragt: Welches Wesen geben wir der Kunst?

Gerade weil das Gesamtbild rezenter Werke durch eine von Willkür korrumpierte Subszene verzerrt ist, in der die Kunst zweckverhaftet wurde und ihren gesamten Zweck im Verschmelzen mit dem jeweiligen Szenario persönlicher Selbstinszenierung erfüllt, ist es umso erfreulicher, dass unser Kunstwesen nicht überall verdirbt, dass es das denkend-genießende, neugierig-sehende Publikum noch gibt, das sich nicht in den blinden Konsum halbverdauter Kunstgerippe einreiht. Das Edle der Kunst, oder das subtilste Schöne der Kunst ist eben kein verarmter Mythos zur hypothetischen Wertsteigerung, sondern sollte eine auffindbare Realität sein – so schonungslos dies auch auf den Verfasser zurückschlagen mag.

Wo das Edle und subtilste Schöne in der Kunst Realität findet, kann sich das Wesen der Kunst in jeder Begegnung eins zu eins zwischen Betrachter und Kunstwerk individuell neu bilden, indem der Nachvollzug des Werks zu einer innerlichen Erkenntnis oder einem gedanklichen Urteil überfließt. Wo in Kunst Realität erblüht kann Kunst veränderlich im kollektiven Bewusstsein unserer Gesellschaft bestehen, da unser Erkennen und Urteilen im Handeln und Kommunizieren mündet.

Werke

„Zwei Bildsynthesen eines Polygons denken aneinander“
digitale Ausbelichtung
ca. 60 x 60 cm

„Versionen des Antichristen“
digitale Ausbelichtung
35 x 30 cm

„Kopf IV“, „Kopf IIX“ und „Kopf V“
Malerei auf Keramik
je 34 x 25 cm

Liegende mit Tuch
digitale Ausbelichtung, Acrylglas, Aluminium
112 x 63 cm