Geschichte

Die Gründerjahre

Aus einem losen Zusammenschluss von Künstlern des Reviers, der sich "Kulturbund Gruppe Ruhr" nannte und später "Verband der bildenden Künstler des Raumes Essen" ist in den Nachkriegsjahren der "Ruhrländische Künstlerbund e.V." (RKB) entstanden.

Es war die Zeit des Neubeginns, die Zeit, in der die Menschen die Katastrophe des Zweiten Weltkrieges überwinden mussten. Es war auch die Zeit, die eine Rückbesinnung auf die Kunst verlangte, nachdem sie im "tausendjährigen Reich" mit Füßen getreten worden war. Künstler und Publikum wollten zusammengeführt werden. Wie Phönix sich aus der Asche erhob, so wurde die Moderne wieder zum Leben erweckt. Im Ruhrgebiet, das sich mit Wohnungsnot, Ruinen, Emscher-Deichbruch, demontierten Industrie-Anlagen, Streiks, Demonstrationen, Evakuierten, Flüchtlingen, Vertriebenen und entlassenen Kriegsgefangenen herumschlagen musste, sicher keine leichte Aufgabe. Es gab Grundsätzliches in der Kunst und im Leben zu besprechen. Die blanke Existenznot mochte die Diskussionen um die Kunst gar manches Mal beeinflusst haben, doch die Künstler drängte es, ihre Kunst wieder zeigen zu dürfen, in Diskussionen miteinander und mit dem Publikum zu treten. Jahre des Stillstandes und des Zurückgeworfen-Werdens galt es zu überwinden.

Die erste größere Ausstellung dieser Zeit fand im August 1949 in der alten Grugahalle im Rahmen der Landesausstellung "Dach und Fach" statt. im Vorstand und in der Jury waren bekannte Künstlerpersönlichkeiten vertreten - die Maler Prof. Max Bucharz, Jo Pieper, Hans Vincenz, der Bildhauer Bruno Krell und der Architekt H.B. Spitmann. Im September des gleichen Jahres kam es zur Gründung des RKB. Die Vereinigung zählte 161 Mitglieder, der erste Vorsitzende war der Folkwang-Professor Max Bucharz, ein Schüler Ferdinand Lègers. Die erste grosse Veranstaltung des neugegründeten RKB im Juni/Juli des Jahres 1950 fand in der Grugahalle statt. Seitdem führte der RKB regelmäßig Ausstellungen durch, meist eine Sommerausstellung in der Grugahalle und eine Winterausstellung im Museum Folkwang. Eine weitere Neugründung kam im Jahr 1953 dazu: der "Wirtschaftsverband Bildender Künstler" Nordrhein-Westfalen, Bezirksverband Ruhr e.V.", der sich vor allem der "berufsständischen Belange" (Satzung) annehmen wollte. Die Intentionen des RKB waren anders gelagert: der Austausch, das Gespräch, die gegenseitige Förderung der Künstlermitglieder stand von Anfang an im Vordergrund. Und diesem Prinzip ist man bis heute treu geblieben. Um die Effizienz nicht zu gefährden, hat sich der RKB mit der Aufnahme neuer Mitglieder immer zurückgehalten. Die Aufnahme neuer Mitglieder ist jedoch bei beiden Vereinen vom Nachweis künstlerischer Qualität abhängig.

Das Forum Bildender Künstler Essen

Die Wende brachte das Jahr 1961, als die Vereine, der RKB, der WBK und der Tatkreis ein Domizil in der Alten Synagoge erhielten. Der RKB zählte damals 39 Mitglieder - so viel wie heute. Das "Essener Forum bildender Künstler" entstand. Seitdem fanden regelmäßig Ausstellungen in diesen Räumen statt.

Der RKB zeigte dabei u.a. Werke von Künstlern aus Frankreich, Polen, Finnland der Sowjetunion und der Schweiz. Der englische Kunstkritiker J.A. Thwaites hatte als erster internationale Kunst in den RKB gebracht. Er sorgte für Publizität des RKB im In- und Ausland. Bekannte Mitglieder des RKB, wie der Maler Jo Pieper (1893-1972), Werner Gräf (1901-1978), Ferdinand Spindel (1913-1980), der Bildhauer Bruno Krell (1903-1976), der Zeichner André Tomkins (1930-1985), begründeten die frühe Bedeutung des Vereins, die sich durch die kontinuierliche Arbeit vieler Mitglieder, vor allem aber durch den ehrenmtlichen Einsatz der jeweiligen Vorsitzenden erhalten konnte. Hier ist an erster Stelle Hans-Heinrich Pusch, der über 15 Jahre die Geschicke des Vereins leitete und 1999 den Vorsitz an Arno Fassbender weitergab. (siehe Text von Arno Fassbender, Erich Heyn und Eva Schürmann zum 50-jährigen Bestehen des Vereins, Katalog, 1999.